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Redakteur: Heiko Wigrim
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Erschienen 08.06.2010 • MZ Lokalteil Bernburg • Seite 9
"Vielsaitige" Reise von Klassik bis Pop und Metal
MUSIK -Violoncelloensemble "Vielsaitig" bereitet sich auf den Auftritt beim Schlossbergfest vor. Seit März laufen die gemeinsamen Proben.
VON HEIKO WIGRIM
Konzertprobe für den Auftritt zum Schlossbergfest am 12. Juni um 19.45 Uhr im Theaterhof: das Violoncelloensemble "Vielsaitig". Fotos: Engelbert Pülicher
BERNBURG/MZ - Seit März wird regelmäßig geprobt. Zehn Cellisten treffen sich bei der Musikpädagogin Vera Böhlk im Bernburger Schloss und lassen ihre Instrumente erklingen. Mitte Juni ist es dann soweit: Zum Schlossbergfest gibt das Violoncelloensemble "Vielsaitig" am 12. Juni um 19.45 Uhr ein Konzert im Theaterhof.
"Wir sind ein Laienorchester mit einer Instrumentengruppe", erklärt die Musikpädagogin. Ensemblemitglieder sind einerseits Musikschüler und andererseits Musikfreunde, die ihre Instrumentalausbildung schon längst abgeschlossen haben, ihr Können "und ihr Instrument aber nicht in einer Ecke verstauben lassen wollen", sagt Vera Böhlk.
"Vielsaitig" hat keinen festen Stamm von Mitspielern. "Sie setzt sich aus meinem Bekanntenkreis und aus meinen fortgeschrittenen Schülern zusammen", erläutert Vera Böhlk. Die Zusammensetzung richte sich nach dem Anlass und den Inhalten, die vorgetragen werden sollen. So schließe der Ensemblename "Vielsaitig" auch ein, dass die Gruppe bei Bedarf durch Violinen oder Gitarren verstärkt werden könne. Für das aktuelle Projekt zum Schlossbergfest besteht "Vielsaitig" aus fünf Erwachsenen und fünf Musikschülern.
Dankenswerterweise gebe es für das Cello viele Bearbeitungen auch von modernen Stücken - beispielsweise von Songs der Beatles. "Jugendliche Musiker orientieren sich nicht allein an Bach, Mozart und Beethoven", meint Vera Böhlk. Und so reicht das Repertoire der Bernburger Cellisten von Renaissance-Tänzen bis zu Pop und Metal.
"Wichtig für unseren Auftritt sind die gemeinsamen Proben", sagt die Musikpädagogin. "Es reicht bei weitem nicht aus, dass jeder nur seine Stimme einübt. Alleinüben ist nur die halbe Miete." Das Spiel in der Gruppe erst bewirke, dass am Ende alles stimmt.
Und stimmen soll alles bei den Auftritten der Vielsaitigen. Mit etwa vier Vorstellungen rechnet Vera Böhlk in diesem Jahr für das Ensemble - eine zum Schlossbergfest, eine weitere zur Sonntagsmatinee und vielleicht zwei Auftritte in der Weihnachtszeit. 100-prozentige Perfektion ist aber nicht das Ziel der Laienmusiker. "Uns kommt es darauf an, dass wir hier Musik machen können und dass wir Spaß an der Sache haben." Das Musizieren solle von jedem als Bereicherung und nicht als Belastung empfunden werden.
Die gemeinsame Probe findet im Saal der Kulturstiftung Bernburg statt. "Da passen wir auch alle auf einmal hinein", meint Vera Böhlk. Kurz vor 18 Uhr kommen die ersten Ensemblemitglieder. Rosa Maria Lange (13) hat seit sieben Jahren Musikunterricht - "zuerst lernte ich Flöte und Cello, habe mich dann aber für das Cello entschieden", erzählt sie. Für Rosa Maria ist das Spielen vor Publikum nichts neues mehr, und so freut sie sich schon auf den Auftritt beim Schlossbergfest. Seit der ersten Klasse spielt Lucas Böhlk Cello. "Mir gefällt die Größe des Instruments. Es hat gegenüber der Violine einfach mehr Power", sagt der 14-Jährige, stellt sein Instrument auf und dann beginnt die Probe.
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